Schuldbewusstsein
Maurice Forgeng Themen - Spiritualität Mittwoch, den 01. Februar 2012 um 16:17 Uhr | Drucken |  E-Mail

schuldIn der heutigen Welt existiert das Thema der Schuld in so vielen Bereichen. Sei es in der Wirtschaft, wo inzwischen praktisch alle Nationen, und zunehmend immer mehr Privatleute finanziell überschuldet sind oder allgemein in der Gesellschaft, wo der eine dem anderen die Schuld für ein Fehlverhalten oder ein Unglück gibt. Doch ist dieses Schuldbewusstsein wirklich zukunftsfähig? Können wir so in einer gut funktionierenden Gesellschaft glücklich zusammenleben?

Ich sage, dass das nicht mehr funktionieren wird.

Doch um was genau handelt es sich beim Thema der Schuld? Wie ist das einzuordnen?

Zunächst einmal geht es ganz klar um Verantwortung für bestimmte Dinge oder geschehene Ereignisse. Mit diesem Begriff könnte man das Wort gut ersetzen. Geben wir jemand anderem nun die Schuld für etwas, schieben wir damit lediglich die Verantwortung der anderen Person oder Gruppe zu. Dies ist eine weitere Eigenschaft unseres Egos, welches nur ein Ich-Bewusstsein, allerdings kein Wir-Bewusstsein besitzt. Es will selbst von allem die Vorteile, aber keine Nachteile. So geht es uns vielleicht im ersten Moment besser, doch geschieht dies oft zum Schaden anderer und auf Dauer wird man selbst auch nicht wirklich davon profitieren.

Dabei spielt auch der Konkurrenzgedanke eine wichtige Rolle. Solange wir gegenüber anderen Firmen, Mitarbeitern, Menschen einen Vorteil erhaschen wollen, wir also in Neid und Missgunst leben, so ist das schon als ein Krieg im Kleinen zu bezeichnen. Wir sollten weg vom Konkurrenzdenken und anstelle dessen hin zu Kooperationen mit Menschen, die die gleichen Ziele anstreben, wie man selbst.

Nur wenn es eben der Gesellschaft, also dem ‚Wir’ gut geht, kann es auch wiederum dem ‚Ich’ gut gehen.

Einige Menschen befinden sich zudem in einer meist unbewusst gewählten Opferrolle als Ausweichen vor der Eigenverantwortung. Man entzieht sich somit auch selbst seine Macht und Einflussnahme auf die Dinge. Diese Verhaltensweise kann vielleicht kurzfristig gut gehen, auf lange Sicht werden so aber Konflikte erzeugt.

Da überdies sämtliche Ereignisse wie auch Fehler (siehe auch den Artikel ‚Die Natur des Fehlermachens'), die wir machen, lediglich unserer geistigen Entwicklung dienen, bin ich der Ansicht, dass es Schuld im gewohnten Sinne gar nicht gibt. Viel mehr sollten wir uns wieder den universellen Gesetzen bewusst werden. Denn bei dem Thema der Schuld geht es hauptsächlich um Ursache und Wirkung. Alles was wir denken und tun hat seine Aus-wirkungen im Außen. Somit dürfen wir auch mal bei uns selbst schauen, was das Außen einem zeigen will. Die so genannte Schuld beim anderen ist daher meist – wenn nicht sogar immer - auch ein Thema bei einem selbst.

Da gibt es beispielsweise die typische Geste, wenn ich sage ‚du bist schuld’, wo ich mit dem Zeigefinger auf die andere Person zeige. Meine anderen drei Finger (Mittel-, Ring- und kleiner Finger) zeigen aber auf mich zurück.

Schuld ist auch deswegen nicht wirklich existent, da wir in Wahrheit alle eins sind. Damit jemand anderes und nicht ich schuld an etwas sein kann, muss er getrennt von mir sein. Diese Trennung ist, wie schon so oft erwähnt, nur eine Illusion, die mein Ego versucht zu erzeugen. Meist erfolgreich, sofern wir unbewusst sind.

Solange wir an unserem Schuldbewusstsein festhalten, können wir die Verschleierung der universellen Zusammenhänge nicht hinter uns lassen. Sobald wir aber um die großen Gesetze des Kosmos wissen, beispielsweise den Hermetischen Axiomen, werden wir schnell erkennen, wie primitiv und illusorisch das alles doch gewesen ist – und, für diese Zeit, wiederum absolut richtig, da wir ohne die Verschleierung all unsere vielen Erfahrungen nicht hätten machen können.

Doch jetzt ist eben die Zeit, sich wieder an alles zu erinnern und, nachdem Stück für Stück alle Schleier abgelegt worden sind, uns zu wachen und bewussten Wesen zu entwickeln. Einzig das sind wir uns schuldig.

(Bildquelle)

 

Maurice Forgeng