Wer von uns hat sie nicht schon erlebt? Die Angst kann sich bei uns in unterschiedlichsten Formen zeigen. Ob man sich nur für einen kurzen Moment erschrickt, oder mit der Angst zu sterben lebt. Wir Menschen versuchen dabei auf unterschiedlichsten Wegen mit ihr klar zu kommen. Entweder versuchen wir unsere innewohnenden Ängste zu ignorieren bzw. zu unterdrücken oder wir suchen professionelle Hilfe beispielsweise bei einem Psychiater. Letzteres ist mal mehr, mal weniger erfolgreich und oft wird man über diesem Wege zu Medikamenten gebracht, welche die Ursache einer Angst gar nicht ausheilen kann. Bestenfalls findet eine Unterdrückung der Angst und ihrer Ursache statt.
Bei der Angst ist es wie bei einer Krankheit. Ihr liegt immer eine Ursache zugrunde. Dies können traumatische Erlebnisse aus früherer Zeit, eine erlernte Schutzfunktion, stressige Alltagssituationen, mangelndes Selbstvertrauen oder negative Denkmuster sein. Jeder Mensch hat seine individuellen Angstquellen. Um eine Angst, welche einem Lebenskraft und entsprechend Lebensqualität entzieht, zu überwinden, muss erst diese Ursache erkannt werden.
Hierbei spielt auch die Kontrolle eine Rolle. Sobald in unserem Leben etwas außer Kontrolle gerät, bekommen wir oft Angst. Wie schaffe ich das? Wie geht es weiter? Wenn wir Angst vor einer bestimmten Situation haben, z.B. einer bevorstehenden Prüfung, dann fällt auf, dass die Angst hier nur die Ungewissheit des Zeitraumes zwischen dem Jetzt und dem zukünftigen Zeitpunkt ist. Wir wissen nicht, wie wir das gewünschte Ergebnis in der Zukunft erreichen sollen. In diesem Beispiel geht es natürlich auch um mangelndes Selbstvertrauen – Vertrauen in die eigenen Stärken.
Angst kann auch aus Unwissenheit oder mangelnder Erfahrung entstehen. Oftmals hat der Mensch vor dem Unbekannten Angst. Ein Tier, von dem man beispielsweise nicht weiß, ob es für einen gefährlich ist.
Nun ist es so, dass das Leben derart eingerichtet ist, dass man in seinen Ängsten bestätigt wird. Getreu dem Gesetz der Resonanz ziehe ich das an, was ich aussende. Sende ich also aus, dass ich Angst vor etwas habe, so werde ich auch immer wieder damit konfrontiert. Dies kann zwar quälend sein, aber dadurch wird uns einerseits gezeigt, dass wir noch diese eine Angst haben – es wird uns also unsere innere Angst vor Augen geführt, um sie zu erkennen. Andererseits haben wir dadurch auch die Möglichkeit – und vor allem die Aufgabe - diese Angst abzubauen und daran zu wachsen, indem wir uns ändern und eine Situation meistern.
Man kann sagen, dass es zwei Arten von Angst gibt – viele unterschiedliche Unterängste und eine Hauptangst. Die Unterängste sind Angst vor Spinnen und anderen Tieren, vor anderen Menschen, Prüfungsangst, Versagensangst, Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, Einkommensangst, Versorgungsangst, Platzangst, Flugangst und mehr. Diese Unterängste sind nichts anderes als diverse Erscheinungsformen der einen Hauptangst – die Angst vor dem Tod.
Gibt es nun also eine einfache Möglichkeit unsere Hauptangst zu überwinden, so dass wir den Tod nicht mehr zu fürchten brauchen?
JA.
Denn die Angst vor dem Tod begründet sich meist am allgemeinen Gedanken, dass wir nach unserem Tod nicht mehr existieren. Dieser Glaube ist falsch. Es ist nicht so, dass wir unser fleischlicher Körper sind und vielleicht eine Seele oder einen Geist haben. Wir sind eine unsterbliche Seele, und sind in diesen Körper inkarniert. Dies kann man sich einfach so vorstellen, wie wenn man in ein Auto einsteigt, damit herumfährt und nach einiger Zeit wieder aussteigt. Der Fahrer ist immer noch da. Die Seele ist der Fahrer. Die Seele ist pure Energie. Nach dem Energieerhaltungsgesetz kann Energie nicht zerstört werden. Also ist unsere Seele – also unser wahres Selbst – unsterblich. Wenn wir uns darüber bewusst werden, dass wir beim Tod nur unseren fleischlichen Körper ablegen und dies wirklich wissen, dann ist die Grundlage für die Hauptangst weg und somit auch alle Unterängste.
Und um speziell auf unsere Unterängste einzugehen hilft oft die Frage, was es für Alternativen gibt. Alternative Situationen – also wie kann ich eine Lebenslage, welche mir Angst macht, ändern - sowie alternative Sichtweisen, das heißt, dass man vielleicht einfach nur eine Sache aus einer anderen Perspektive betrachten soll. Dies alles kann wahrlich die Luft aus einer Angst entweichen lassen
Natürlich ist nicht zu erwarten, dass man diese Erkenntnis an einem Tag schafft und sofort angstfrei leben kann. Dies ist ein Prozess, der beim einen schneller und beim anderen langsamer abläuft, je nach individueller Ausgangslage.
Es ist wichtig auf unsere Ängste einzugehen, zu reagieren und diese bewusst wahrzunehmen, um sie schneller auflösen zu können. Wenn wir dies schaffen, sind wir wirklich frei. Dann sind wir in der Lage, wieder selbst über unser Leben zu bestimmen. Bisher haben wir unsere Freiheit für die Sicherheit aufgegeben. Jetzt muss unsere Freiheit wieder den Vorrang bekommen.
Es ist jetzt an der Zeit, uns von unseren Ängsten zu befreien.
Maurice Forgeng


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