Wissenschaft am Wendepunkt
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In Deinem Widerstehen spannt sich die Welt
In Deinem Streben erhebt sich die Welt
In Deinem Wirken verwandelt sich die Welt
In Deinem Sterben entspannt sich die Welt
In Spannung und Entspannung erklingt die Harmonie der Welt
(Lyrik eines Landstreichers)
In unserem Streben erhebt sich die Welt - so die Worte eines weisen Landstreichers, dessen Lyrik mich sehr beeindruckt hat. Mit dem Sterben entspannt sich die Welt - dieses muß man sich gedanklich auf der Zunge zergehen lassen. Was sind wir denn, wenn unsere Welt erst mit Spannung und Entspannung erklingen soll und was erklingt da eigentlich? Fragen über Fragen - aber gibt es auch Antworten? Es fällt mir das Buch von Joachim Ernst Berendt ein mit dem Titel „Die Welt ist Klang“. Darin verleiht er seiner Auffassung Nachdruck, unser Kosmos sei nichts anderes als Schwingung und Harmonie auf allen Ebenen und in allen Sphären. Antworten auf unsere Fragen suchen wir, seit es den denkenden Menschen gibt.
Oder sollte man ihn in seinen Ursprüngen eher als fragenden denn als denkenden Menschen bezeichnen? Erst durch Wissen erhalten wir Antworten aus uns selbst. Oder kommen die Antworten gar nicht aus uns selbst, sind wir vielleicht nur der Kanal, durch den die Antworten aus anderen Ebenen des Seins zu uns gelangen? Stecken die Antworten vielleicht von Anfang an in uns? Also begann der fragende Mensch zu suchen und die Eindrücke und Gedanken zu ordnen. Die Verwandlung des Gefundenen in ein verstehbares und plausibles Weltbild ergibt das Wissen, aus dem unsere Gesellschaft ständig schöpft. Wir erlangen dieses Wissen durch suchen, ordnen des Gefundenen und durch die Interpretation. Was anderes als dies könnte Wissenschaft sein? Viel vom Fundus des Wissens, über das die Menschheit heute verfügt, stammt aus uralten Zeiten. Den Arabern, den Persern, den Ägyptern und den Asiaten haben wir eine Menge zu verdanken. Zwar begann die Kulturgeschichte des Abendlandes eigentlich im alten Griechenland, aber die Griechen selbst schöpften ihr Wissen und ihre Wissenschaft nicht nur aus der eigenen Substanz, sondern aus dem friedlichen und auch kriegerischen Kontakt mit anderen Kulturen. Unsere Sprache, die Heilkunde, die Mathematik, die Physik, die Philosophie - sie alle profitieren essentiell vom Wissen dieser Kulturen. Die griechische Kultur war eher eine Art Katalysator für diesen Transfer als eine eigentliche Quelle.
Unser heutiges Weltbild ist geprägt von den Wirkungen immer stärker werdender Spannungsfelder zwischen Spiritualität und Materialismus. In den alten Wissenschaften gehörten beide zusammen. Eine Spaltung gab es eigentlich erst in der Neuzeit, als das Denken immer mehr durch Logik, Analyse und Konsequenz geprägt wurde. Der Materialismus begann, als sich Denkweisen wie die des Philosophen und Naturforschers Descartes verbreiteten. Er vertrat die Ansicht, alle Dinge im Kosmos bestünden grundsätzlich aus der Summe der Einzelteile. In dieser Konsequenz wäre dann der Mensch zusammengesetzt aus den Körperteilen, aus den Organen und diese aus ihren Zellen. Die Seele, der Geist, das Denken und Fühlen könnten deshalb grundsätzlich nicht unabhängige Bestandteile eines Organismus sein, sondern sollten als Wirkung der Funktionen und als Ergebnis einer großartigen Symbiose der körperlichen Einzelteile gesehen werden. Der Körper - so Descartes - enthalte nichts, was dem Geist zugeordnet werden könnte, und der Geist beinhalte nichts, was zum Körper gehörig wäre. Descartes sah damals keinerlei Unterschied zwischen Maschinen, die von Handwerkern hergestellt wären und den Körpern, die allein die Natur zusammengesetzt hat. In Gedanken verglich er einen kranken Menschen und eine schlecht gemachte Uhr mit einer Idee von einem gesunden Menschen und einer gut gemachten Uhr.
Dieses Denken beherrscht auch heute noch weite Teile des wissenschaftlichen Establishments. So gesehen haben die Forscher und Denker dieser Zeit eine Revolution ungeheuren Ausmaßes in Gang gesetzt, die in der letzten Konsequenz die Menschheit in ihren eigenen Ruin getrieben haben wird.
Der Wechsel der Paradigmen liegt in der Luft - er wird geschehen - nichts wird mehr sein wie es einmal war
Dies sind Beiträge von Dieter Schall.
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