Während unseres täglichen Lebens versuchen wir uns stets von unserer besten Seite zu zeigen. Dazu zählt auch, möglichst keine Fehler zu machen. Fehler sind in der Gesellschaft oft nicht erwünscht. Sie schmälern unser Ansehen und machen uns meist unbeliebt. Diese Regel wird uns schon früh in der Schule beigebracht. Machen wir dort bei Arbeiten oder Klausuren Fehler, so gibt es eine schlechtere Note. Doch dient eine absolute Fehlervermeidung wirklich unserer schnellst- und bestmöglichsten Entwicklung?
Gerade aus Situationen, in denen wir große Fehler begehen, lernen wir doch am effektivsten. Da es unser Bestreben ist, alles im Leben richtig zu machen, ziehen wir automatisch die Konsequenz daraus und tun alles, um diesen Fehler beim nächsten Mal zu vermeiden.
Manchmal versuchen wir sogar, unsere Fehler zu verbergen oder abzustreiten, weil wir dadurch der ‚Bestrafung’ unserer Mitmenschen entgehen wollen. Nur wenige Menschen haben den Mut und ausreichend Selbstvertrauen, offen vor anderen zu ihren Fehlern zu stehen.
Hier ist die gesamte Gesellschaft aufgefordert, einen neuen Bezug zur Natur des Fehlermachens zu entwickeln. Man sollte bedenken, dass kaum ein Mensch absichtlich ein fehlerhaftes Verhalten aus reiner Bosheit an den Tag legt. Geschieht solch ein fehlerhaftes Verhalten, so sind es meist Motive wie Enttäuschung, Neid, Eigennutz o.ä.
Außerdem sollte uns bewusst werden, dass sich einerseits jeder Mensch auf seinem individuellen Entwicklungsstand befindet und andererseits auch unterschiedliche Begabungen besitzt. Somit kann man nicht von jedem Menschen die gleiche Leistung oder die gleichen Eigenschaften erwarten – sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Wir sollten viel mehr jedes Individuum so annehmen, wie es ist. Mit all seinen Stärken, sowie seinen Schwächen.
Oftmals schon haben wir auch Situationen erlebt, in denen wir, auf den ersten Blick gesehen, einen Fehler gemacht haben und im Nachhinein diese Situation als das Beste, was uns passieren konnte, sahen.
Alles, was uns passiert und was wir machen – inklusive Fehler – hat somit seine Richtigkeit. Jede unserer Taten hat Konsequenzen zur Folge. Dies entspricht dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Diese Konsequenzen sind genau die Lektionen, die uns das Leben beibringen will. Solange wir eine Lektion noch nicht gelernt und verinnerlicht haben, geraten wir immer wieder in Lebenssituationen, die uns genau diese anstehende Lektion versucht beizubringen. Sobald wir die Lektion begriffen haben, erleben wir die Situation nicht mehr oder sie stellt kein Problem mehr für uns dar.
Auch sollte man die Begrifflichkeit ändern, das heißt, dass, wenn etwas nicht wie geplant abläuft, man es nicht als Fehler bezeichnet, sondern als Erfahrung oder Lernprozess. Dies klingt zudem viel besser.
Daher ist meine Vision zu diesem Thema, dass in Zukunft weniger Wert auf die Fehler eines Menschen, sondern viel mehr auf seine Intention gelegt wird. Diese Einstellung regt zudem die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Menschen an. Es kommt nämlich automatisch zu der Frage nach dem ’Warum’ bei allem, was man tut. Also welche Bestrebung ein Mensch hat. So könnte diese Welt noch gerechter und ein Zusammenleben für alle angenehmer werden.
Maurice Forgeng

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Vorführungen des Dokumentar-
films THRIVE, der die wirklichen
Ursachen aufzeigt, warum unsere
Welt nicht gedeihen kann.







