In den letzten Jahren wurde immer wieder vom Klimawandel (wir berichteten) und der zunehmenden Umweltverschmutzung durch den Menschen in den Medien berichtet. So sahen sich die Regierungen und Industrien entsprechend aufgefordert umzudenken und zu reagieren. Einerseits wurden Gesetzte angepasst oder neu geschaffen, andererseits wurden viele neue Produkte entwickelt, die für eine nachhaltige Welt dienlich sein sollten.
In fast allen Industriebranchen hat sich dies niedergeschlagen und wir konnten beobachten, wie umweltfreundlichere Autos, Energiesparlampen, Öko-Materialien, noch mehr Lebensmittel in Bio-Qualität und einiges mehr entwickelt, produziert und für den Konsumenten zum Kauf bereitgestellt wurden.
So ist es nun einmal an der Zeit zurückzublicken, was sich genau verändert hat und welche Innovationen und Neuregelungen tatsächlich von Nutzen für Mensch und Umwelt ist. Was bringt der Umweltschutz durch Öko-Produkte für uns und vor allem für den Planeten wirklich?
Beginnen wir mit einem aktuellen Thema: dem neuen Super-E10-Treibstoff, welchen wir seit kurzem an deutschen Tankstellen erwerben können. E10 bedeutet, dass der Super-Kraftstoff nun einen zehnprozentigen Bioethanolanteil, also Alkohol, enthält. Das bisherige ‚Super’ (E5) hatte nur 5%. E10 soll also das Klima schonen durch entsprechend geringerem Erdölanteil. Doch wo genau der ökologische Nutzen sein soll, kann niemand so richtig sagen.
Ich habe lange nach Vorteilen von E10 gesucht – und keine gefunden. Einzig der Ölindustrie, die die Preise dadurch erhöhen kann, dem Fiskus, den Landwirten, welche das Getreide anbauen und den Werkstätten wird der neue Treibstoff Nutzen bringen, da etwa 3-4 Mio. Autos in Deutschland diese Mischung nicht vertragen, so dass es zu Schäden am Motor kommen kann. Hier können sie sich erkundigen, ob Ihr Auto E10-tauglich ist. Die Liste der Nachteile ist entsprechend lang und führe ich deshalb nur stichwortartig auf:
Wichtige Anbauflächen für andere Lebensmittel gehen verloren, Verwirrung durch mangelnde Information und höhere Kosten für den Kunden, weniger Leistungsgehalt als E5 – also höherer Verbrauch. Sogar der ADAC bezeichnet diese Entwicklung schon als “reine Abzocke“. Die Menschen haben diesen neuen Treibstoff nicht verlangt und trotzdem wurde er eingeführt. Laut einer ADAC-Umfrage wollen lediglich 8% der Autofahrer E10 tanken (Stand der Umfrage: 22.2.2011, 2100 Teilnehmer) – wohl nicht zuletzt deswegen, weil das bisherige E5 bis zu 8ct./L teurer wurde. Entsprechend bleiben die Tankstellen in der Praxis derzeit noch auf dem neuen E10-Sprit sitzen.
Auch die Energiesparlampe ist ein Produkt mit großem Fragezeichen. Sie löst bereits schrittweise die Glühbirne ab und soll weitaus energieeffizienter sein als diese. Doch die Wahrheit ist auch hier wieder eine andere.
Die Nachteile überwiegen auch hier: ungesünderes Licht, Quecksilber als Inhaltsstoff, höherer Energieeinsatz bei der Produktion. Auch die tatsächliche Lebensdauer ist nur etwa doppelt so lang, wie die der Glühbirne. Zudem ist die Entsorgung aufwendiger, da man sie nicht in den Hausmüll werfen darf, sondern als Sondermüll – wegen Vorschaltgerät und Quecksilbergehalt – entsorgen muss. Diese kann man z.B. im Elektrofachgeschäft abgeben.
Somit bezahlt auch hier sowohl der Konsument als auch die Umwelt eine Entwicklung in die falsche Richtung, ohne dass eine ausreichende Aufklärung seitens der zuständigen Behörden oder Unternehmen für den Verbraucher stattfindet. Eine sinnvolle Alternative ist aus meiner Sicht in der Beleuchtungsbranche die LED-Technologie. Sie übertrifft in der Lebensdauer noch die Energiesparlampe, benötigt noch weniger Leistung und hat ein gesünderes Lichtspektrum.
Eine ähnliche kritische Betrachtungsweise ist hier auf die Lebensmittelindustrie zu werfen. Wenn Obst- und Gemüsesorten in Bioqualität aus fernen Ländern in unseren Supermärkten angeboten werden, welche oft auch sogar in Deutschland selbst oder in umliegenden Ländern angebaut werden, sollte man reagieren. Hierbei muss nämlich der Transport mitbeachtet werden, wodurch sich die Ökobilanz sofort verschlechtert. So kommen beispielsweise Bio-Birnen aus Argentinien oder Bio-Äpfel und Bio-Kiwi aus Neuseeland zu uns.
Es gibt also viele Beispiele in Sachen fragwürdigem Klimaschutz, die man hier nennen kann. Die Bereitschaft, für die Umwelt etwas Gutes zu tun ist natürlich wichtig und eine Grundvoraussetzung zur Realisierung einer nachhaltigen Lebensweise für Mensch und Erde. Sie allein reicht allerdings in diesem System, in dem der Profit und die Gier bei den Industriemächten, aber auch bei vielen ‚normalen’ Menschen einen viel zu hohen Stellenwert besitzen, nicht aus.
In den Bereichen Energie, Ernährung, aber auch Gesellschaft ist daher jeder Einzelne aufgefordert eine Bewusstheit zu entwickeln für das, was man tut und was man alles bewirkt mit dem, was man tut. So sollte man sich bei Produkten aus der Industrie dem gesamten Lebensweg – also von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Entsorgung – bewusst werden. Viel sinnvoller als ein linearer Ablauf dieses Prozesses wäre natürlich ein Kreislauf. Das lange existierende Recycling hat dabei schon viel bewirkt. Ein effektives Konzept für die Zukunft ist beispielsweise cradle-to-cradle (von der Wiege bis zur Wiege).
Wir müssen lernen uns wieder an der Natur und ihren funktionierenden Prinzipien zu orientieren. Nur so können wir die Probleme unserer industriellen, selbst-zerstörerischen Gesellschaft lösen, mit denen wir heute konfrontiert sind.
Es ist an der Zeit aus dieser versteckten Diktatur auszubrechen, indem wir unseren Einfluss als Konsument nutzen.
Das cradle-to-cradle-Prinzip: http://www.braungart.com/
Strategischer Konsum: www.utopia.de
Benzin E10 der absolute Wahnsinn!
Wahrheit Energiesparlampen Spiegel TV 23.08.2009
Maurice Forgeng

Wir unterstützen öffentliche
Vorführungen des Dokumentar-
films THRIVE, der die wirklichen
Ursachen aufzeigt, warum unsere
Welt nicht gedeihen kann.







